Johann Gigerhannes Majoleth (1774–1856) war ein fahrender Musiker aus Untervaz, dessen Leben zwischen Armut, Humor und aussergewöhnlicher Musikalität oszillierte. Mit Geige und Geschichten zog er durch die Region, und sein Wirken wurde zum Ausgangspunkt einer Musiktradition, die mehrere Generationen prägte. 

Hannes' Familie stammte vermutlich aus dem Aostatal und gelangte über das Wallis und Weesen nach Liechtenstein, bevor sie sich in Untervaz niederliess. Wie viele aus seiner Familie arbeitete er als Besenbinder  – eine Tätigkeit, die den Lebensunterhalt sicherte, wenn gerade keine Auftritte möglich waren. Gleichzeitig entwickelte er sich zu einem charismatischen Tanzgeiger, dessen Spiel Menschen in den Dörfern der Bündner Herrschaft und darüber hinaus zusammenführte. 

Seine Fähigkeiten als Fabulierer machten ihn zu einer lokalen Berühmtheit: Hannes schmückte sein Leben gern mit übertreibenden, humorvollen Geschichten aus. Diese Selbstinszenierung war weniger Eitelkeit als Überlebensstrategie – ein guter Erzähler fand oft offene Türen und oft auch eine warme Mahlzeit. 


Hannes starb 1856, wenige Wochen nachdem er einem Reporter des „Bündner Tagblatt“ seine farbigen Geschichten erzählt hatte.