Stammvater der Musikerfamilie Majoleth war Johann Peter (geboren um 1720). Am 5. November 1754 verurteilte das Gericht des Basler Fürstbischofs in Porrentruy einen Jean Pierre Majolet aus Martigny wegen Vagabundierens und Mitführens gefälschter Ausweise zu einer Prangerstrafe. Im "Criminal-Buch" sind neben Jean Pierre auch Mitglieder einer Familie Wasserbach aus Altendorf am Zürichsee dokumentiert. Jean Pierre musste eine halbe Stunde mit einem Schild "Porteur de faux certificats" um den Hals auf dem Schandstein stehen, dazu erhielt er sechs Schläge mit dem Ochsenziemer - einem als Folterwerkzeug genutzten getrockneten Ochsenpenis. Ausserdem wurde sein rechtes Ohr zu einem Schlitzohr verstümmelt, und der Fürstbischof verbannte ihn aus dem Gebiet des Fürstbistums Basel. 

 

Im Jahr darauf trug der katholische Pfarrer in Weesen am Walensee den Namen Josephus Antonius ins Taufregister ein – Sohn eines Johannes Petrus Majolet und einer Barbara Wasserbach. Er bezeichnete sie als vagi - Vagabunden.

 

Nur wenige Tage später urteilten Landammann und Rat von Glarus über einen Hannes Peter Majolet aus dem Aostatal. Wegen Diebstahls wurde er lebenslänglich aus der Eidgenossenschaft verbannt. Das Glarner Urteil deutet darauf hin, dass das Aostatal, wenn nicht die Herkunft, so doch zumindest eine Etappe der Familie auf ihrer Reise in die Schweiz war.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wanderte Johann Peter nach Triesen im heutigen Fürstentum Liechtenstein. Sein Sohn Anton (1755–1825) heiratete um 1770 Annamaria Baratte. 1772 kam Anton, ihr erster Sohn, zur Welt. 1774 dann Johann Peter, der spätere "Gigerhannes von Untervaz" (gestorben 1856). Von Hannes selbst konnte bisher kein Geburtseintrag gefunden werden, wohl aber der seiner Schwester Maria Anna. Im liechtensteinischen Schaan werden die Eltern als sabaudia vagabundi aufgeführt – als umherziehende Savoyer also.

 

Anton gab Hannes nicht nur das Handwerk des Besenbindens weiter, sondern auch, wie man als Tanzgeiger seinen Lebensunterhalt verdient.

 

Von 1810 bis 1812 lebte die Familie ein erstes Mal in Untervaz im Kanton Graubünden. Nach einem weiteren Aufenthalt in Triesen ab 1812 liessen sich die Majoleths im Hungerjahr 1817 endgültig in Untervaz nieder. 

Mariann und Hannes’ erster Sohn, Josef (1811–1865), wurde als "Gigersepp" bekannt, da er die Violine so virtuos beherrschte wie sein Vater. Er trat gemeinsam mit seiner Frau Anna Crescentia Oberhuber auf, die ihn auf einem Instrument begleitete, das in Quellen als "Kreuzspinne" bezeichnet wird. Crescentia stammte aus einer Spengler-, Sägenfeiler- und Korbflechterfamilie, die in Schaan als "Vagabunden" bezeichnet wurden. Ihr Bruder, Benedikt Oberhuber (1808–1866), war ein mehrfach aktenkundiger Einbrecher.

Als siebtes ihrer neun Kinder kam 1848 Lorenz zur Welt (gestorben 1917). Er übernahm von den Eltern nicht nur das Musizieren, sondern auch die Korbmacherei. Bald wurde er Gigerlenz genannt. 

Lenz' drei Jahre jüngere Schwester, Katharina, erhielt den Beinamen "die Rote". Ihr erster Mann verstarb 1915, sie waren seit 1871 verheiratet. Im Alter von 71 Jahren heiratete sie 1922 ein zweites Mal. Schon 1926 starb ihr zweiter Mann und sie lebte bis zu ihrem Tod 1943 als Witwe. Ob Katharina musizierte, ist nicht überliefert. Ist erster Mann allerdings, Josef Hug, führte den Beinamen "z'Tambürli", was auf einen Trommler hindeutet.

Gigerlenz I. gab seinem fünften von zehn Kindern ebenfalls den Vornamen Lorenz (1879–1948). Dieser trug das Musizieren weiter und feierte grosse Erfolge. Auch für Gigerlenz II. bildete die Korbmacherei ein zweites Standbein. Er war der erste der Familie, der die Majoleth-Musik aufs Papier brachte und durch Grammophon-Platten verbreitete. Lenz spielte die Geige zwar hervorragend, wechselte aber zur Klarinette. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert prägten die Majoleth zusammen mit Fränzli Waser, Seppli Metzger und Päuli Kollegger die Bündner Tanzmusik. Lenz und Päuli musizierten oft zusammen und spielten sich ihre noch unfertigen Stücke auch manchmal gegenseitig vor. Heute ist für Fachleute ein Kollegger nur schwer von einem Majoleth zu unterscheiden.

Gigerlenz' jüngerer Bruder Christian (1887–1967) spielte Violine und Bassgeige und der jüngste der Brüder, Johann "Hans" (1893–1962) war ein ausgezeichneter Bassgeiger, der in verschiedenen Formationen spielte und mit der Kapelle von Luzi Brüesch ebenfalls Platten aufgenommen hatte. Er verliess Frau und Kinder und zog zu seinem Bruder Anton auf den Patnal, wo beide sehr zurückgezogen lebten. Anton war von langer hagerer Gestalt und häufig in dunklen Kleidern anzutreffen, die der Junggeselle vom Zizerser Johannesstift geschenkt erhielt. 

Ab Anfang der 1940er-Jahre prägte die Hauskapelle des Radiostudios Bern mit Luzi Bergamin, Emil Wydler und Josias Jenny das Verständnis von Schweizer Ländlermusik bis weit in die 1950er-Jahre hinein. Ihr Repertoire setzte sich vorwiegend aus Stücken der Bünder Musiker Kollegger, Brüesch und Gigerlenz II. zusammen. Mit der Breitenwirkung des Radios machten sie diesen Bündner Stil und seine Komponisten in der deutschsprachigen Schweiz bekannt. 

1905 wurde Lenz Vater von Benedikt ("Beni", gestorben 1992) und 1910 von Josef ("Sepp", gestorben 1986). Beni spielte wie der Vater die Klarinette, Sepp das Akkordeon. Beide spielten sowohl in der Kapelle des Vaters wie später auch in eigenen Formationen (Tanzkapelle "Valbella", "Kapelle Mayoleth"). Beni Junior (1928–2007) spielte neben Bass später auch Schlagzeug, sein Bruder Ernst (1931–2008) Akkordeon.